04.2021

 

Die SPD hat im Abgeordnetenhaus eine schriftliche Anfrage gestellt. Der Tenor: Wie viele dauerhafte legale frei zugängliche Graffiti Flächen stellt die Stadt Berlin für die Öffentlichkeit als Nutzungsgruppe zur Verfügung. Die Öffentlichkeit als Nutzungsgruppe ist unabhängig vom Alter der Person. Die Antwort des Berliner Senats hat uns nicht überrascht. Für die bis zu 15000 Graffitikünstler in Berlin stellt die Stadt 4 Flächen zur Verfügung. Hier können bis zu 53 Künstler gleichzeitig legal/geordnet malen.

Der Bezirk Marzahn-Hellersdorf stellt der Öffentlichkeit eine dauerhaft eine legale frei zugängliche Graffiti Fläche zur Verfügung.
Adresse: Cottbusser Str. 22, 12627 Berlin
(Platz für 2 Künstler)

Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg stellt der Öffentlichkeit eine dauerhaft legale frei zugängliche Graffiti Fläche zur Verfügung.
Adresse: Alte Feuerwache e. V. , Axel-Springer-Str. 40/41 10969 Berlin-Kreuzberg
(Platz für bis zu 8 Künstler)

Der Bezirk Pankow stellt der Öffentlichkeit zwei dauerhaft legale frei zugängliche Graffiti Flächen zur Verfügung.

1. Adresse: Mauerpark Hinterlandmauer auf dem Hügel / Gleimstraße 55, 10437 Berlin
(Platz für 25 Künstler)

2. Adresse: Mauerpark Hinterlandmauer auf dem Hügel / Gleimstraße 55, 10437 Berlin
Adresse: Rosenthaler Weg / Blankenfelder Chaussee Berlin
(Platz für bis zu 18 Künstler)

Alle anderen Berliner Bezirke stellen den Künstlern keine legalen Flächen zur Verfügung.
Warum wundert man sich noch, dass es so viel wilde Graffiti in Berlin gibt?


Anfang 2021

 

Ende Februar 2021 hat die SPD Berlin Mitte in Ihrem Wahlprogramm für 2021 – 2026 zum Thema legale Graffiti und Hall of Fame positioniert. Im Ihrem Wahlprogramm schreibt die SPD Berlin Mitte dazu:

Fassadengestaltung und legal gesprühte Graffiti sind bei uns im Bezirk willkommen! Wir machen uns stark für Kinder- und Jugendprojekte zur Fassadengestaltung in Zusammenarbeit mit Graffiti- und Streetart- Künstler*innen aus und in unseren Kiezen, geben öffentliche Gebäude gezielt für die Fassadengestaltung frei und definieren weitere legale Graffiti- Sprühflächen -Hall of Fames – im Bezirk.



Ende 2019 Anfang 2020

 

Im Mittelpunkt unseres Engagements steht das Akquirieren legaler Graffitiwände in Berlin. Die Mühlen der Bürokratie mahlen langsam, schnelle Erfolge sind nicht zu erwarten. Aber die Sensibilität in dieser Sache ist gestiegen, auch auf Seiten der Politik, hier etwas tun zu müssen.

 

2019 konnten wir mit der BIM die Nutzung der Hall of Fame an der Parkaue Lichtenberg vereinbaren. 2020 wird der Jugendclub Linse als Anlieger die Wandpatenschaft für die Hall übernehmen. Nach jahrelanger Duldung ist nun endlich auch Berlins bekannteste Hall of Fame im Mauerpark
ganz legal nutzbar.

 

Seit 2019 ist die Graffiti Lobby Berlin Teil der Pioniernutzung im Haus der Statistik am Alexanderplatz.


United Colors of Nauener Platz

 Ein Film von Jurij Paderin über eine spontane winterliche Buntsprühlack Intervention im Wedding, am 12.12.2017, organisiert von der Graffiti Lobby Berlin, in Zusammenarbeit mit dem Haus der Jugend Mitte. Diesmal mit dabei u.a.: Pekor, Gomes, Dance, Akte One, Slava Ostap., Capone

 




THE ART OF LIVING /EVENT


THE ART OF LIVING
2016 - Die Kunst des Lebens / (18.-19.6.16)

Eine Traumlocation, 2400 m² freie Fläche, Cans und ca. 100 Writer von überall her ….


Die GRAFFITI LOBBY BERLIN fördert, in der Tradition von „Wände ohne Ende“ und „The rise from ruines“, mal wieder den künstlerischen Austausch zwischen Berliner Writern und dem Rest der Urban Art Welt. Wie bereits 2013 trifft man sich auf dem Teufelsberg Berlin auch als Field Station bekannt; zu einer Mal-Session der besonderen Art unter dem Motto - THE ART OF LIVING 2016.

Die Veranstaltung wird Artist aus allen Zeiten und Stilrichtungen des Graffiti zusammenbringen.

Es soll das ganze Spektrum der Aerosol-Kreativität erstrahlen, ein Fest der Styles, Charakters und Farben werden.

 

Anmeldelink für Künstler:

 

http://goo.gl/forms/VAOBd1x0sp

 


Pressemitteilung der Graffiti Lobby

Am 16.11.2015 wurde im Ausschuss für kulturelle Angelegenheiten des Berliner Abgeordnetenhauses der Antrag der Piratenfraktion behandelt,

der einen  Graffitibeauftragten und legale Wände für Berlin zum Inhalt hatte. Die Graffiti Lobby Berlin hatte viele Monate um das richtige Konzept gerungen, das durch die Piratenfraktion im Juni 2015 per Anhörung im Abgeordnetenhaus (Drucksache 17/2351) eingebracht wurde.

 

Dem Graffitibeauftragten haben wir eine Moderatorenrolle zugewiesen, zwischen den Interessen der Beteiligten zu vermitteln und Schnittstelle zwischen den Bereichen Kunst, Bildung, Kreativwirtschaft, Tourismus und Jugend zu sein. Vor allem soll dieser aber auch legale Wände im gesamten Stadtgebiet akquirieren, die - wie erfolgreich im Mauerpark praktiziert - der Graffiti Szene legal zugänglich sind.

 

Die Diskussion im Ausschuss war sehr sachlich, das hätten wir beim Thema Graffiti nicht erwartet. Der Inhalt des Antrages kam aber leider nicht zur Sprache. Stattdessen wurde über einen „Graffiti-Regulierer“ diskutiert, den keiner wolle und der auch nichts bringe, wenn dieser wie ein Atelierbeauftragter Wände zuteile.

 

Letztendlich haben sich 4 von 5 Fraktionen gegen einen „Graffiti-Regulierer“ ausgesprochen, was auch nicht im Sinne des Antrages gewesen wäre. Es gibt also ein Verständnisproblem zum Inhalt des Antrages, was sicher auch der Tatsache geschuldet ist, daß aus der Graffiti Szene niemand im Ausschuss zu Wort kommen konnte.

 

Trotzdem wurden hier keine Türen zugeschlagen und insbesondere von Kultur-staatssekretär Tim Renner signalisiert im Gespräch bleiben zu wollen. 

Für die Graffiti Lobby Berlin heisst das, weiter für ihre Ziele zu werben und Überzeugungsarbeit auch bei den Abgeordneten zu leisten. Wir schaffen das !

 

 


Anhörung im Ausschuss für Kulturelle Angelegenheiten am 16.11.2015
zum Antrag der Piratenfraktion „Raum für Kunst – Berlin bekommt eine/n Graffiti-Beauftragte/n“

Berlins Attraktivität und internationales Ansehen als Kulturmetropole basiert auf der künstlerischen Kreativität unserer Stadt und dem Potential der hier lebenden KünstlerInnen und Kulturschaffenden. Kultur und deren öffentliche Förderung ist ein Schlüsselfaktor für die Entwicklung der Stadt, als Metropole und Hauptstadt.

Kultur ist für die wirtschaftliche Entwicklung unserer Stadt von hoher Bedeutung. Ein heißes Eisen ist aber noch immer der Umgang mit der Kunst aus der Sprühdose.

 

30 Jahre Graffiti in Berlin haben für viele Schlagzeilen gesorgt - aber nichts bewegt mit den Künstlern, Beteiligten und Betroffenen ins Gespräch zu kommen. Andere Städte machen es längst vor, haben einen Graffitibeauftragten geschaffen, legale Wände gekennzeichnet, Möglichkeiten zur Präsentation geschaffen und fördern aktiv Graffiti und Street Art im öffentlichen Raum. In München, Dresden, Leipzig, Stuttgart, Bochum, Münster, Koblenz ….. nur Berlin ist leider noch immer Schlusslicht.

 

Der/die Graffitibeauftragte soll Schnittstelle zwischen allen gesellschaftlichen Bereichen sein, die mit der Kunstform Graffiti in Berührung kommen.

Den Kunstschaffenden und der Szene, der Kreativwirtschaft, dem Tourismus, dem Bildungssektor und der präventiven Jugendarbeit, aber auch den Ordnungsämtern und der Justiz. Die Anerkennung von Graffiti als moderne künstlerische Ausdrucksform und die Schaffung legaler Möglichkeiten zur Ausübung dieser Kunst sind uns ein wichtiges Anliegen. Ebenso der Dialog, die verschiedenen Interessen unter einen Hut zu bringen und einen respektvollen Umgang miteinander zu befördern.

Die Graffiti Lobby Berlin hat sich 2012 als Initiative gegründet. Wir sind KünstlerInnen, Kunstlehrende, Galeristen, SozialarbeiterInnen, Kulturschaffende, UnternehmerInnen und am Thema Graffiti Interessierte die hier endlich Bewegung in die Sache bringen wollen.

Die Piratenfraktion im Abgeordnetenhaus unterstützt mit Ihrem Antrag vom 17.06.2015 im Kulturausschuss unser Vorhaben,

zu welchem am 16.11.2015 um 14:00 eine Anhörung im Kulturausschuss angesetzt wurde.

Im Rahmen der Anhörung werden dazu u.a. gehört:

- Stéphane Bauer / Leiter Kunstraum Kreuzberg/Bethanien,

- Christian Awe / Atelier Awe. Kunst- und Kulturprojekte,

- Jochen Küpper, Dipl. Kfm. / Riot-Arts - Kultur und Urbanismus.

Wir bitten Sie um Unterstützung des Antrages, um einen konstruktiven Dialog in Gang zu setzen und Freiräume für Graffitikunst zu schaffen.

 


Graffiti-Beauftragte/r für Berlin

Nach unserem Graffiti Kongress im Mai 2014 haben wir die Monate danach intensiv darüber diskutiert, wie man auch politisch einen anderen Umgang mit Graffiti bewirken kann. Da geht es zuerst um die Anerkennung von Graffiti als künstlerische Ausdrucksform, aber auch darum mit allen Beteiligten ins Gespräch zu kommen, zu vermitteln und aufzuklären.
Und natürlich müssen Wege gefunden werden, die legales Sprühen ermöglichen auf dafür freigegebenen öffentlichen und privaten Wänden.
In vielen großen und kleineren Städten Deutschlands gibt es längst Graffiti-Beauftragte, mit unterschiedlicher Anbindung und Aufgabenstellung.
Mal steht die Stadtaufwertung, mal die Prävention im Vordergrund. Das Thema insgesamt anzupacken, so dass sich auch die Graffiti Szene wiederfinden kann, hat bisher noch keine Kommune in Angriff genommen. Von einigen Beteiligungsprojekten mal abgesehen.
Vor allem nervt uns, dass Graffiti oft als reine Jugendkultur oder Vandalismus dargestellt wird. Allein in der Graffiti Lobby ist kaum einer unter 30.
Graffiti hat in Deutschland 30 Jahre auf dem Buckel. Künstler verdienen sich ihr Brot damit, Touristen zieht es nach Berlin in die "bunten Ecken".

Wir haben ein Konzept für eine/n Graffitibeauftragte/n für Berlin erarbeitet, der/die sich im ersten Schritt vorrangig um legale Wände bemüht und mit allen Beteiligten und Verantwortlichen ins Gespräch kommt. Die Senatsverwaltung für kulturelle Angelegenheiten sehen wir als unseren ersten politischen Ansprechpartner, dort ist Kunst und Kreativwirtschaft angesiedelt, genau darum geht es. Aber auch um Synergien mit den Bereichen Bildung, Jugend, Stadtentwicklung und Wirtschaft.

Die Piraten-Fraktion im Berliner Ageordnetenhaus unterstützt uns, das Anliegen auf die Tagesordnung im Kulturausschuss zu bringen.
Am 16.06.2015 hat sie einen entsprechenden Antrag im Abgeordnetenhaus eingebracht:
Antrag Piratenfraktion Graffiti Beauftragte/r

Das Problem der fehlenden legalen Wände schildert sehr anschaulich ein Bericht im SZ-Magazin 15/2015:
sz-magazin/42955/