Parkaue (legal)

Liebe Graffitikünstler,


nach einem zweijährigen Prozess konnten die Graffiti-Lobby Berlin und der gemeinnützige Verein Urban Art e.V. schließlich eine neue Hall of fame in der Parkaue neben dem Theater an der Parkaue und dem Jugendklub Linse in Berlin-Lichtenberg einweihen. Die Mauer zum Park ist ca 3,5 m hoch und ca 30 m lang. Die Außenmauer des "Theater an der Parkaue", die von der öffentlichen Immobilienverwaltungsgesellschaft BIM (Berliner Immobilienmanagement GmbH) verwaltet wird, ist zunächst temporär, der Vertrag läuft bis Herbst 2019. Auf der rechts weiterlaufenden Seite der Mauer organisiert der Jugendclub "Linse" regelmäßig Graffiti-Workshops.

Der Dialog mit der BIM begann 2017. Der Kontakt erfolgte nach einem Runden Tisch in der Senatsverwaltung für Kultur und Europa Abteilung Kultur mit einigen Urban Art- Aktivisten aus Berlin (Kreis der urbanen Szene). Erst zwei Jahre später wurde der Vertrag zwischen der BIM und Urban Art e.V. nach vielen Treffen endgültig unterzeichnet. Aber bereits lange zuvor, 2014, organisierte die Graffiti-Lobby einen Graffiti-Kongress mit einer Anfrage im Berliner Abgeordnetenhaus für mehr legale Flächen in der Stadt. Dies war ein Appel an die Politiker, der bereits vor 5 Jahren erfolgte. Und seitdem ist die Szene der Street Art KünstlerInnen und WriterInnen gewachsen und die Malerei an Wänden immer populärer. Mehr autorisierte Wände werden benötigt, damit KünstlerInnen großflächig malen und sich austauschen können, und auch um einem Publikum zu begegnen. Denn das Malen in der Öffentlichkeit ist zudem ein wunderbares Werkzeug für soziale Kontakte.

Nach der Herausforderung diese Mauer für die Bemalung genehmigen zu lassen, wird die nächste Herausforderung das gute Funktionieren dieser neuen Hall sein. Die Graffiti Lobby Berlin erinnert die Nutzer mit einem Schild an der Wand daran, respektvoll miteinander umzugehen und die Umwelt sauber zu halten, d.h. keine Sprühdosen und Müll dort zu lassen. Eine Mülltonne wird an der Linse für die Dosen bereitstehen.

Andere kleinere Städte in Deutschland, berichtet die Graffiti Lobby Berlin, wie zum Beispiel Leipzig, haben mehr Halls of fame als Berlin. Und dort organisierten sie spezielle Mülltonnen, vor allem für Sondermüll wie Sprühdosen, die bekannt schädlich für die Umwelt sind. Eine dieser Mülltonnen kostet etwa 1000€ und es wurden mehrere in Leipzig durch ein Präventionsprogramm finanziert. Es ist schade, dass die Stadt Berlin noch nicht für spezielle Mülltonnen für diesen Sondermüll neben ihren Halls of fame investiert. Die bekannte Hall of Fame im Mauerpark, auf einem Stück der ehemaligen Berliner Mauer, stehen nur normale, überfüllte Papierkörbe, die nie zur Verfügung stehen. Und hier kommen viele Touristen, um zu sprühen. Die meisten Künstlerinnen nehmen ihren Müll danach mit, aber einige müssen angeblich immer noch daran erinnert werden, Verantwortung für die Umwelt und ihren eigenen Müll zu übernehmen. Hoffentlich wird das kleine Schild der Graffiti Lobby Berlin an der neuen Hall of Fame sie daran erinnern und der Standort kann sauber bleiben und länger leben als geplant. In dieser erstaunlich ruhigen grünen Umgebung scheint die Hall an der Parkaue aufjedenfall der perfekte Spot für Chill-Outs und Jams diesen Sommer zu sein.
Diese Neuerwerbung ist das Ergebnis des langjährigen Engagements der Graffiti Lobby Berlin, die zusammen mit dem Urban Art e.V. (Urban Art Week) auf weitere zu legalisierenden Wände in Berlin äugelt.

Text von Katia Hermann, 13.05.2019

 

Verbindung: S und U Bahnhof Frankfurter Allee (siehe Plan unten)

 

Graffiti Lobby Berlin

(2019)